Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens
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Ob Stadt oder Land: Mit günstigen Zinsen und kluger Planung ins eigene Zuhause

erschienen am 11.09.2018

  • Wo Wohneigentum erworben wird, hängt von individuellen Präferenzen ab
  • Zinsen für die Finanzierung von Bau und Kauf auf niedrigem Niveau
  • Tipp: Vorausschauend finanzieren und zukünftige Zinserhöhungen einkalkulieren

Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft der Interhyp AG: "Bei der Finanzierung einer Immobilie kommt es wie bei der Wahl des Objekts auf die Lebenssituation und Bedürfnisse des Einzelnen an – und zwar heute und in Zukunft."

"Der Immobilienmarkt findet überall statt. Das zeigt auch unsere aktuelle Wohntraumstudie. Ob Stadt, Land oder Speckgürtel: Jeder findet sein persönliches Wohnglück woanders. Während Singles lieber in der Stadt wohnen möchten, zieht es Familien in den Speckgürtel oder aufs Land. Für das Land spricht die Nähe zur Natur und Ruhe. Zudem fühlen sich dort viele Menschen besser in die Gemeinschaft eingebunden. Die Stadt bietet dagegen eine gute Infrastruktur und kulturelle Angebote. Außerhalb der Ballungsgebiete haben die Menschen dafür mehr Platz und der Wohnraum ist günstiger. Ist das Landhaus deswegen besser als eine Stadtwohnung? Diese Frage kann nur jeder für sich beantworten. Denn es kommt immer auf die persönliche Lebenssituation und die Bedürfnisse an – beim Kauf und bei der Finanzierung.

Egal, auf welches Zuhause Ihre Wahl trifft: Derzeit können Sie von günstigen Zinsen bei der Finanzierung profitieren. Allerdings werden die Konditionen nach Einschätzung der von uns befragten Experten auf längere Sicht wieder ansteigen. Deshalb ist es auch bei der Finanzierung so wichtig, vorausschauend zu planen und die Lebenssituation und Bedürfnisse heute und in Zukunft einzubeziehen. Wer eine hohe Tilgungsrate und eine lange Zinsbindung wählt, ist gegen zukünftige Zinserhöhungen besser abgesichert. Die Finanzierung sollte vor allem langfristig tragfähig sein."

Zins- und Marktumfeld

Nachdem die Konditionen für zehnjährige Immobilienkredite im Juli ein Jahrestief erreicht hatten, bewegten sie sich im August weiter unter der 1,5 Prozentmarke. In der Sommerpause gab es keine Impulse von den Notenbanken. Die EZB hat auf ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause an ihrem Kurs festgehalten, die Geldpolitik etwas zu straffen. Eine Erhöhung des Leitzinses wird aber bis weit ins nächste Jahr hinein nicht erwartet. Zudem halten Unsicherheiten die Zinsen niedrig: Diese gehen zum Beispiel vom von den USA befeuerten Handelsstreit und den Problemen in Italien aus. Das führt zu starker Nachfrage nach sicheren Anlagen wie deutschen Staatsanleihen und drückt deren Renditen. Für die Baugeldzinsen, die sich daran orientieren, ist daher kurzfristig weiter ein niedriges Niveau zu erwarten.

Der Interhyp-Expertenrat

Der Weg ins eigene Zuhause sollte auch im derzeitigen Zinstief mit einer genauen Kalkulation der finanziellen Möglichkeiten beginnen. Ein Kassensturz verrät, welche Einnahmen welchen Ausgaben gegenüberstehen. Hilfe für eine erste Orientierung bieten unser Haushaltsrechner und der Budgetrechner, bei der genauen Analyse hilft unsere Finanzierungsberatung. Wir empfehlen eine vorausschauende Planung und eine solide Finanzierungsstruktur, bei der Eigenkapitalanteil, Tilgung und Zinsbindung individuell auf den Kreditnehmer zugeschnitten sind. Niemand sollte den Fehler begehen, einen Kredit nur aufgrund niedriger Zinsen auszuwählen oder wegen der niedrigen Zinsen einen höheren Kredit aufzunehmen als notwendig. Denn: Eine Immobilienfinanzierung dauert meist ein bis zwei Jahrzehnte, der Zins allein ist also nicht entscheidend. Viel wichtiger ist, dass der Kredit langfristig zum Vorhaben und zum Käufer passt und Flexibilität bietet. Für eine kompetente Beratung können Sie direkt online eine Finanzierung anfragen.

Kurz und knapp: Das sagen die Experten

Die Experten erwarten kurzfristig gleichbleibend günstige Zinsen. Auf Halbjahres- oder Jahressicht erwarten die meisten aber einen leichten Zinsanstieg.

Im Detail: Die Aussagen der Experten im Interhyp-Bauzins-Trendbarometer

  • Allianz: "Die Märkte haben eine kurze Phase leichter Verunsicherung durchlebt und hierauf mit einem leichten Zinsabfall reagiert. Insgesamt sind jedoch die Rahmenbedingungen gegeben, eine leichte Inflation und den damit verbundenen leichten Zinsanstieg zu erwarten."
  • Commerzbank: "Die Sicherheitsnachfrage aufgrund der Sorgen über einen schwächeren Welthandel, eine Krise in den Schwellenländern sowie die Unsicherheit über die Ausgabenpolitik in Italien haben die Renditen von Bundesanleihen auf ein Niveau fallen lassen, das seit Mitte 2017 praktisch nicht mehr unterschritten wurde."
  • HypoVereinsbank: "Die europäische Konjunktur entwickelt sich weiterhin erfreulich, der globale Handelskonflikt lastet jedoch auf dem mittelfristigen Ausblick. Der Inflationsdruck bleibt (unter Herausrechnung des Ölpreisanstiegs) sehr gering, sodass eine erste Zinsanhebung durch die EZB frühestens in einem Jahr ansteht. Kurzfristig dürfte das Renditeniveau unverändert niedrig bleiben, längerfristig sollte die Aussicht auf steigende Leitzinsen das Renditeniveau anheben."
  • ING-DiBa: "Die Finanzmärkte, vor allem die Kapitalmarktzinsen, sind immer noch ziemlich orientierungslos. Während sich die Kapitalmarktzinsen in den USA trotz weiterer Zinserhöhungen jetzt eigentlich seit Februar nur horizontal bewegt haben und im schmalen Korridor zwischen 2,8 und 3,0 Prozent schwanken, haben sich die Kapitalmarktzinsen in Deutschland im gleichen Zeitraum mehr als halbiert. Politische Unsicherheit in Italien, die Türkei-Krise und Ängste vor einer Konjunkturschwäche haben die Nachfrage nach dem sicheren Hafen erhöht. Kurzfristig sollte sich daran wenig ändern, aber wenn in den kommenden Monaten die EZB ihren Worten Taten folgen lässt und das Anleihenprogramm beendet, sollten die Kapitalmarktzinsen wieder leicht steigen."
  • Postbank: "Die Krisen und Risiken auf internationaler Ebene sorgen immer wieder für eine hohe Nachfrage nach sicheren Anlagen. Dies steht einem nachhaltigen Renditeanstieg am deutschen Kapitalmarkt bislang und voraussichtlich auch in den kommenden Wochen entgegen. Mit dem nahenden Ende der Netto-Anleiheankäufe durch die EZB und dem Näherrücken der Wende bei den Leitzinsen sollte die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen auf Jahressicht jedoch auf etwa 1,00 Prozent anziehen. Die Zinsen für längerfristige Hypothekendarlehen dürften diese Aufwärtsbewegung nachvollziehen."
  • PSD Bank RheinNeckarSaar: "Die EZB hat jüngst die Weichen für den weiteren Fortgang der Geldpolitik neu gestellt. Unter den gegenwärtigen Bedingungen soll der Leitzins bis über den Sommer 2019 hinaus unverändert bleiben."
  • Sparkasse Hannover: "Kurzfristig sind keine großen Veränderungen der Zinsen zu erwarten, das heißt, die Schwankungen werden geringer sein als 0,10 Prozentpunkte um den aktuellen Wert. Aus Sicht von einem Jahr ist von höheren Zinsen auszugehen. Ein Anstieg von rund 0,5 Prozentpunkten ist vorstellbar, das heißt keines der latenten Risiken (Handelskrieg, Italienkrise etc.) wird schlagend."
  • Sparkasse zu Lübeck: "Die Einstellung der Wertpapierkäufe der Europäischen Zentralbank zum Jahresende bietet Potenzial für steigende Zinsen. Allerdings könnten politische Entwicklungen dem durchaus entgegenstehen. Aktuell machen sich die Märkte nach wie vor um Italien Sorgen, wo im Herbst der Haushaltsplan der neuen Regierung vorgestellt werden soll. Befürchtet wird eine Ausgabenflut, die ein Erreichen der Maastricht-Kriterien unmöglich erscheinen ließe. Dann dürften Anleihen des Bundes wieder zum sicheren Hafen werden und die Zinsen eher fallen."


Quelle: Interhyp

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