Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens
Männer beim Bau eines Bausatzhauses

Der Bausatz - Hausbau für Selbermacher

erschienen am 24.07.2012

Wer beim Hausbau sparen möchte, entscheidet sich immer öfter dazu, mit so viel Eigenleistung wie möglich die Kosten zu senken. Nun sind auch Bausatz Häuser erhältlich, die selbst den Rohbau in Eigenleistung erstellen lassen. Was früher als unmöglich galt, ist heute keine große Herausforderung mehr. Mit ein wenig Geschick lassen sich so die schönsten Eigenheime selbst bauen und mehrere zehntausend Euro sparen.

Material wird vom Hersteller geliefert - Rest kommt vom Bauherren

Verschiedene Bauweisen - Blockhaus, Holzspanndämmstein und Mantelbetonbauweise

Für das Wohnblockhaus werden vom Hersteller alle benötigten Bauelemente zum Bausatzhaus geliefert. Holz, Schrauben, Winkel, Leisten und Beschläge sind im Lieferumfang enthalten. Das erspart dem Bauherren die lästigen und zeitraubende Besuche von Baumärkten. Bei den Hauselementen aus Holz sind alle Holzbohlen passend zugesägt. Eine Nummerierung auf den einzelnen Bohlen sorgt für den klaren Durchblick, wo welche Holzbohlen aufgesteckt werden müssen. Die Hersteller bieten zudem meist Unterrichtskurse an, in denen der Bauherr genauste Anleitungen erhält, wie das Haus problemlos zusammengebaut werden kann und auf was geachtet werden muss. Sollten dennoch kleine Unterschiede in der Längen- oder Höhenausrichtung der Holzbohlen bestehen, hilft hier die Stichsäge. Für den Zusammenbau wird ansonsten nur die Bohrmaschine, Akkuschrauber mit zahlreichen Bits, Inbussschlüssel, Hammer und Zange benötigt.

Eine weitere Variante ist das Haus aus Holzspanndämmstein. Dabei werden Blöcke verwendet, die aus Holzspänen hergestellt sind. Im Innenbereich sind sie hohl und deshalb sehr leicht. Lediglich die erste Reihe der Holzspanndämmsteine muss in Mörtel eingelegt werden. Die restlichen "Holzblöcke" werden simpel aufeinander gereiht. In den Hohlraum wird Beton gefüllt. Das verbindet die einzelnen Blöcke und sorgt für die Stabilität, die ein Haus benötigt. Der Stein verhält sich in der Verarbeitung wie natürliches Holz. Es ist einfach in der Handhabung und kann spielend leicht zurechtgeschnitten werden. Dazu kann eine handelsübliche Stichsäge benutzt werden, die allerdings über gute Qualität verfügen sollte. Zahlreiche Arbeitsstunden werden der Stichsäge höchste Leistung abfordern. Daher ist es ratsam, beim Werkzeug für das Bausatzhaus grundsätzlich auf hochwertiges Werkzeug zu achten.

Ein in Mode geratenes Bausatzhaus ist das mit der Mantelbetonbauweise. Ähnlich wie bei Holzspanndämmstein werden hohle Elemente an- und aufeinander gereiht. Das Material besteht bei dieser Bauweise aus Styropor oder Neopor, welches neben dem Rohbau auch die perfekte Wärmedämmung des Baus sichert. Neopor ist verglichen mit Styropor noch wärmedämmender und daher in der Materialbeschaffenheit schmaler als Styropor, ohne an Dämmungskraft zu verlieren. Die einzelnen Bauelemente verfügen über Noppen und Nuten, die wie Legosteine aufeinander gesetzt werden. Auch hier dient Beton wie bei Holzspanndämmstein für die Füllung der hohlen Innenräume und sorgen für die benötigte Stabilität.

Wer es massiv mag, kann auch hier auf das Bausatzhaus zurückgreifen. Nicht im herkömmlichen Sinne, wie bei den anderen Bauweisen bereits beschrieben, handelt es sich bei dem Massiv System um die Errichtung des Hauses durch KS-Plansteinen oder wahlweise Porenbeton. Auch die Porotonziegel gehören zu den bevorzugten Materialien. Im Gegensatz zu der herkömmlichen Rohbauerstellung wird bei diesem System vom Bausatzhausanbieter das gesamte Material auf die Baustelle geliefert. So erhält der Bauherr auch hier seinen Rohbau in allen Einzelteilen angefangen vom Sack Zement über die Dichtungsmassen bis hin zu den Winkeln für die Dachstreben. Wer hier ein wenig begabt mit Beton, Mörtel und Zement umgehen kann, mit Wasserwaage und geradem Blick arbeitet, kann auch das massive Bausatzhaus in Eigenleistung vollständig allein errichten.
Aus Innen- und Außenwänden, Dachstuhl und Decken besteht das Bausatzhaus in der Holzrahmensystem-Bauweise. Hier liefert der Bausatzhausanbieter die fertigen Elemente, die mit einem Autokran in Position gebracht werden und vom Bauherr und Gehilfen in Eigenarbeit aufgebaut und montiert werden. So kann in nur einem Tag bereits ein fertiges Haus entstehen. Handwerkliches Geschick wird bei diesem System den jeweiligen Bauherren vorausgesetzt.

Aus Blähton bestehen die Bausatzhäuser, die über fertige Hauselemente verfügen. Große Bauteile werden mit dem Kran aneinander gehalten und miteinander verschraubt und verankert. Dieses System ähnelt der Fertigbauweise. Viel Eigeninitiative ist hier nicht gefragt, da ein Richtmeister die perfekte Ausrichtung und Zusammensetzung übernehmen muss. Lediglich die Vorbereitungen wie Bodenplatte, Drainagen oder Kanälen können vorab in Eigenarbeit vorbereitet werden.

Gleich, für welches System man sich entscheidet, für das Bausatzhaus müssen handwerkliches Geschick, viel Ausdauer und Zeit vorhanden sein. Dazu sind die passenden Werkzeuge unabdingbar. Schlagbohrer, Akkuschrauber, Sägen aller Art, Wasserwaage und vieles mehr, sind die wichtigsten Werkzeuge beim Hausbau, ohne die sicherlich der Bauherr nicht zum Ziel gelangen wird. Qualitativ hochwertige Werkzeuge sind dabei belastbarer und dementsprechend dem günstigen Werkzeug vorzuziehen.

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