Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens

Lärm bereits beim Bau vermeiden

erschienen am 3/10/2013

Welchen finanziellen Wert hat guter Schlaf oder eine Ruhezone? Wer sich mit dieser Fragestellung beschäftigt, muss sich unmittelbar mit Lärmschutz auseinandersetzen. Besonders während der Bauphase macht man sich in der Regel wenig Gedanken, obwohl besonders nach dem Einzug oft diese Punkte zum Tragen kommen. Störende Lärmpunkte können bereits durch eine geschickte Materialauswahl und eine gute Planung vermieden werden.

Abflussrohre mit Schalldämmung versehen

Ein häufiges Ärgernis stellen oft Sanitäreinrichtungen dar. Man denke beispielsweise nur an laute Toilettenspülungen, welche einem in einem Mehrpersonenhaushalt den Schlaf rauben können. Während der Bauphase sollte man deshalb einen Kostenvergleich anstellen hinsichtlich der Installation von flüsterleisen Leitungssystemen in und vor der Wand. Durch eine entsprechende fachlich richtig eingebaute Schalldämmung, beispielsweise der Rohrleitungen, können störende Nebengeräusche vermieden werden.

Eine geschickte Raumaufteilung vermeidet Lärm

Ein weiterer wesentlicher Punkt stellt die Raumverteilungsplanung dar. Eine Toilette oder ein Badezimmer, welches durch eine einfache Trennwand von einem Schlafzimmer abgegrenzt wird, kann sich langfristig zu einer störenden Lärmquelle entwickeln. Ähnlich geartet erscheint das Problem, wenn das Schlafzimmer zur verkehrsreichen Straße ausgerichtet ist. Besonders im Sommer, wenn man durch ein gekipptes Fenster eine angenehmere Raumatmosphäre in der Nacht schaffen möchte, kann Straßenlärm samt den Abgasen zu einem ernst zu nehmenden Störfaktor werden. Aufgrund dessen sollte man sich bereits in der Planungsphase Gedanken über die spätere Raumnutzung machen.

Laute Geräte in offenen Küchen vermeiden

Einen stetigen Lärmstörfaktor stellen auch die vielen elektrischen Helfer, wie Wasch- und Spülmaschine dar. Bei der Anschaffung einer neuen Küche oder anderer Elektrogeräte sollte man sich der Lärmproblematik bewusst sein. Besonders in der derzeit modernen offenen Bauweise, bei welcher beispielsweise Wohn-/Esszimmer und Küche miteinander verschmelzen, kann ein lauter Spülmaschinenlärm die heimelige Entspannungsatmosphäre im Wohnzimmer trüben. Ähnlich geartet ist dieser Umstand bei Abzugshauben, Kühlschränken, etc. Hinsichtlich der Bauphase sollte man auch darauf achten, potenzielle Lärmleitquellen zu vermeiden. So bedeutet ein nützlicher Wäschewurfschacht nicht nur eine Erleichterung, sondern kann auch zur Lärmquelle werden. Störende Geräusche von Waschmaschine, Trockner, etc. werden direkt in die oberen Stockwerke geleitet; im unglücklichsten Fall sogar bis ins Schlafzimmer. Eine derartige Lärmbrücke kann ebenfalls das Treppenhaus darstellen. Es ist somit in der Bauphase darauf zu achten, dass eine direkte Verbindung vermindert wird.

Trittlärm kostet Nerven!

Doch auch der klassische Trittlärm kann langfristig zur Belastung werden. Knirschende Zwischenböden, trampelnder Fußlärm; alles Lärmquellen, welche mithilfe durchdachter Bodenbeläge vermindert werden können. So dämmt Korkparkett beispielsweise den Trittlärm deutlich. Doch auch andere Baustoffe, wie Holzparkett, Laminat oder PVC können durch das Anbringen einer Trittschutzmatte den Lärmpegel im Haus deutlich vermindern. Es ist jedoch bei Fussbodenheizung darauf zu achten, dass dafür geeignete Produkte verwendet werden.

Allgemein lässt sich auch der Lärmpegel in einen Haus durch viele einfache Vorkehrungen reduzieren. So vermindert eine Tapete die Schallreflektion durch die Wand und ein Teppich (-boden) schluckt ebenfalls viel Trittlärm. Grundsätzlich kann auch festgestellt werden, je mehr Möbel in einem Raum stehen, umso mehr vermindert sich die Lärmbrücke.

Der Lärmschutz stellt einen Bereich dar, welcher bei vielen Bauherren kaum oder keine Beachtung befindet. Dennoch stellt es eine Problematik dar, welche lange nach der Bauphase noch als große Belastung auftreten kann und durch eine gute Vorplanung vermeidbar gewesen wäre. Zukünftige Bauherren sollten deshalb dieser Thematik Beachtung schenken.

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