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Vorsicht bei der Baufinanzierung

erschienen am 11/25/2012

Bauzinsen sind zurzeit relativ niedrig, sodass viele Bauherren sich unter Umständen dazu verleiten lassen könnten, ein größeres Haus zu bauen, wenig Eigenkapital anzusparen oder eine teure Immobilie zu kaufen. Die Finanzplanung beim Bau eines Hauses sollte aber genau durchdacht sein, wie Eva Grunwald von der Deutschen Bank bekräftigt.

Eigenkapital senkt die Belastungen

Die Leiterin der Baufinanzierung bei der Deutschen Bank erklärt, dass sich Bauherren heute oft ein teureres Haus kaufen oder bauen können, als es noch vor wenigen Jahren möglich war. Dies liegt zum einen an den gestiegenen Einkommen, zum anderen an den niedrigen Zinsen, die voraussichtlich noch länger so niedrig bleiben werden. Allerdings ist gleichzeitig zu beobachten, dass die Summe des Eigenkapitals immer weiter sinkt, sodass in vielen Fällen deutlich weniger als 20 Prozent vom Ersparten gezahlt werden.

Bevor man sich zum Bau oder Kauf eines Hauses entschließt, sollte man sich genau überlegen, wie viel Geld man dafür zur Verfügung hat. Zum einen ist es ratsam, möglichst viel Eigenkapital zu haben, weil dadurch die monatlichen Belastungen sinken. Auch wenn die finanzielle Situation momentan sehr gut, muss es nicht bedeuten, dass dies in zehn Jahren ebenfalls so aussieht. Durch Schicksalsschläge kann es immer dazu kommen, dass das Einkommen sinkt. Auch wenn zurzeit vielleicht keine großen Beträge auf dem Sparkonto liegen, werden vielleicht in den kommenden Jahren Bausparverträge oder Lebensversicherungen fällig. Mit diesen Geldern lässt sich unter Umständen eine schöne Summe anhäufen.

Eine weitere Überlegung, die man anstellen sollte, ist, wie hoch die Summe sein darf, die man monatlich ausgeben kann. Als Maßstab dient dafür die derzeitige Kaltmiete. Wohnt man jetzt in einer Mietwohnung, muss man bedenken, dass ein Teil der Nebenkosten nur anteilig bezahlt wird. Lebt man im eigenen Haus, sind die Kosten relativ gesehen höher, weil man sie alleine zahlen muss. Zu diesen Posten zählt zum Beispiel die Grundsteuer, die an die Gemeinde jedes Jahr zu zahlen ist. Zwei Mal jährlich meldet sich außerdem der Schornsteinfeger zur Reinigung des Schornsteins an und stellt dies natürlich in Rechnung. Nicht vergessen darf man außerdem, dass wahrscheinlich zumindest die Heizkosten ansteigen werden, da man beim Haus mehrere Wände mit Außenkontakt hat, während sich dies bei einer Wohnung oft auf zwei Wände beschränkt. Die Nebenkosten sollte man daher eher großzügig bemessen und sich vorher bei der entsprechenden Gemeinde über zu erwartenden Steuern und Gebühren informieren. Hilfreich ist es, eine Checkliste anzulegen, wie sie vom Verband privater Bauherren angeboten wird.

Absicherung vor möglichen Risiken

Auch wenn es verlockend erscheint, möglichst niedrige Tilgungen über einen langen Zeitraum zu zahlen, kann dies in den finanziellen Ruin führen. Sinnvoller ist es, möglichst zwei oder drei Prozent zu tilgen, da man dann schneller sein Eigenheim abbezahlt hat. Es ist wenig hilfreich, wenn man sich im mittleren Alter auf ein Darlehen einlässt, das über mehr als 40 Jahre läuft. Man zahlt dann noch in vielen Fällen das Haus ab, wenn man sich bereits in der Rente befindet und nun eigentlich seinen Ruhestand genießen soll. Da im Alter die Wahrscheinlichkeit steigt, dass man erkrankt, steigt gleichzeitig das Risiko, dass man nicht mehr in der Lage sein wird, die monatlichen Raten zu zahlen. Zumal nicht vorhergesagt werden kann, wie die Entwicklung der Bauzinsen in 20 oder 30 Jahren aussehen wird. Es kann sich lohnen, eine möglichst lange Zinsfestschreibung zu wählen, allerdings lassen sich Banken dies im Allgemeinen durch höhere Zinsen bezahlen. Hier heißt es, sorgfältig zu rechnen und auch Risiken wie eine Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit oder sogar den Tod des Partners einzuplanen. Auch wenn in den kommenden Jahren Nachwuchs geplant ist, bedeutet dies Mehrkosten, die man vor der Finanzierung bedenken sollte.

Es ist daher wichtig, nicht alle finanziellen Mittel und Versicherungen aufzulösen, um das Heim finanzieren zu können. Eine Risiko-Lebensversicherung, mit der beim Tod des Partners zumindest die Immobilie komplett finanziert ist, sorgt dafür, dass auch anschließend ein Leben ohne Schulden für die verbleibende Familie möglich ist. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sorgt dafür, dass man bei Berufsunfähigkeit, die unter anderem durch einen Unfall oder eine Krankheit ausgelöst werden kann, bis zum Eintritt ins Rentenalter weiterhin monatliches Einkommen hat. Je nach Höhe der monatlichen zu zahlenden Beiträge können dies mehrere tausend Euro sein, sodass die Immobilie weiterhin abgezahlt werden kann.

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