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Bild Bimsstein

Bauen mit Bimsstein: Pro und Contra

erschienen am 06.10.2014

Viele Bauherren hätten sie lieber nicht: die Qual der Wahl beim Festlegen des Baumaterials für ein Massivhaus. Vom Porenbeton über Poroton bis hin zum Kalksandstein: jedes Material hat seine spezifischen Vor- und Nachteile. Sehr beliebt sind Ziegel aus Bims. Warum das so ist und welche Gründe gegen den Naturbims sprechen, erfahren Sie bei Bau-plus.

Ökologisch unbedenklich - natürlicher geht’s nicht

Die Ökobilanz von Naturbims ist gut - unter anderem weil er keine langen Transportwege hinter sich hat. Er wird mitten in Deutschland, im sogenannten Neuwieder Becken, abgebaut und durch dort ansässige Industrien auch gleich weiter verarbeitet. Das dortige Bimsvorkommen entstand vor ca. 13.000 Jahren durch vulkanische Aktivität.

In der Nähe von Koblenz markiert der Laacher See den Ort, an dem damals das Magma den Weg an die Oberfläche fand. Gestein schmolz durch die hohen Temperaturen und erkaltete wieder. Was dadurch vom Vulkanausbruch übrig blieb: ein körniges, bröckeliges Material mit hoher Porosität - der Bims.

Auf die Verarbeitung kommt es an

Trotz oder gerade wegen seiner Porosität ist Bims gerne verwendeter Zuschlagstoff für Leichtbeton. Für diesen Zweck werden die extrem leichten Bimskörner, die zu 85% aus Luft bestehen, mit Zementleim und Wasser verbunden. Danach formt der Hersteller daraus Ziegel in unterschiedlichen Größen.

Auf diese Weise entstehen zum einen haufwerksporige Baustoffe. Diese unterscheiden sich vom gefügedichten Leichtbeton dadurch, dass sie mehr Lufthohlräume aufweisen. Je nachdem, ob Bims gefügedicht oder haufwerkporig verarbeitet wird, dient er den verschiedensten Zwecken: sowohl der Bau von tragenden Innen- und Außenwänden als auch die Anfertigung nichttragender Elemente ist möglich. Zudem kann der Rohbau aus einem Guss hergestellt werden.

Gute Energiebilanz - weniger guter Schallschutz

Durch die haufwerksporige Struktur mit vielen Zwischenräumen steigert Baumaterial auf Bims-Basis den Wärmeschutz eines Gebäudes. Denn je geringer die Rohdichte des verwendeten Steins, desto besser die Wärmedämmung eines Hauses. Beim massiven Bauen mit Bimsstein ist eine zusätzliche Wärmedämmung des Mauerwerks meist nicht nötig - und das Baumaterial erfüllt alle Anforderungen der Energieeinsparverordnung (Enev).

Leider hat das Bauen mit Bims umgekehrt zur Folge, dass die Wände nicht so schalldicht sind wie bei der Verwendung anderer Materialien. Ein Trostpflaster: Die Steine haben die positive Eigenschaft, Wärme zu speichern und auch wieder abzugeben und sorgen damit für ein angenehmes Raumklima. Außerdem sparen Sie so Energie.

Bims nimmt Feuchtigkeit extrem gut auf

Ein großer Nachteil von Bimssteinen: durch die hohe Porigkeit nehmen sie Wasser sehr gut auf und speichern es sehr lange. Dringt also einmal Feuchtigkeit in das Mauerwerk, ist sie nur schwer wieder los zu werden. Dadurch drohen Bauschäden.

Wenn Sie also mit dem Gedanken spielen, Leichtbeton auf Bims-Basis für Außenwände einzusetzen, sind weitere Abdichtungsmaßnahmen unbedingt nötig. Rohbauten mit Bims benötigen zudem sehr lange, um zu trocknen. Trocknungszeiten des Mauerwerks von bis zu zwei Jahren sind keine Seltenheit.

Extrem guter Brandschutz

Aus der Sicht des Brandschutzes könnten Sie kein besseres Material verwenden als Bimssteine. Diese erhalten nach der relevanten Norm DIN 4102 die beste Klassifizierung, da sie keine entflammbaren Bestandteile enthalten. Ein Bauteil aus Bims in Brand zu setzen ist somit quasi unmöglich.

Leicht zu bearbeiten: eine Freude für den Heimwerker

Bimsstein ist durch seine geringe Dichte und Festigkeit leicht zu bearbeiten. So ist es zum Beispiel einfach, Nägel einzuschlagen oder Löcher zu bohren. Vor allem für den Heimwerker bietet das Vorteile. Durch seine grobe Oberflächenstruktur bietet der Bimsstein außerdem einen idealen Grund für Putz.

 

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