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Der richtige Umgang mit Handwerksbetrieben

erschienen am 04.03.2013

Ein Hausbau ohne Fachkräfte des Handwerks ist nicht vorstellbar. Beginnend vom Maurer und Betonbauer, bis hin zum Elektriker oder Bodenleger: all diese Handwerker sind notwendig, damit der Traum vom Eigenheim Realität wird. Doch nicht immer wird der Begriff ‚Fachkraft‘ seiner Bedeutung gerecht und es kommt im schlimmsten Fall zu Baumängeln. Aufgrund dessen stellt sich die Frage, was gleich von Beginn an beim Umgang mit Handwerkern zu beachten ist, damit möglicher Ärger umgangen werden kann.

Erkundigen Sie sich!

Ein erster Schritt ist es, Erfahrungen über das Handwerksunternehmen einzuholen. Dies kann einerseits durch Empfehlungen von Bekannten oder Verwandten erfolgen oder durch das Aufsuchen von Interneterfahrungsbörsen. Bei Letzteren ist jedoch zu bedenken, dass nicht nur die positiven Argumente ins Gewicht fallen, sondern besonders die Kritiken genau zu durchleuchten sind. Auch die Informationssuche bei Bekannten oder in der Nachbarschaft kann wertvolle Hinweise auf die Qualität und Leistung von Handwerksunternehmen liefern. Zusätzlich können Qualitätssiegel oder andere Zertifikate, welche das Handwerksunternehmen vorweisen kann, zur Entscheidungshilfe beitragen, jedoch allein darauf vertrauen sollte man nicht.

Vergleichen Sie das Preis- Leistungsverhältnis

Als Nächstes sollte immer ein Preis-Leistungsvergleich vorgenommen werden. Dabei ist es angebracht, mindestens drei Angebote einzuholen, um sich einerseits einen eigenen Eindruck vom jeweiligen Unternehmen zu verschaffen und andererseits Alternativen ausloten zu können. Dadurch wird es gleichzeitig möglich zu erfahren, welche Optionen der Ausführung zur Verfügung stehen. Oft ist ein direkter Vergleich nur bedingt möglich, da manchmal auch andere Unterzulieferer oder Produkte angeboten werden. Dies ist jedoch gleichzeitig die Möglichkeit, unter verschiedenen Alternativen zu wählen. Von Vorteil ist, am Schluss einen Festpreis zu vereinbaren. Ergeben sich aufgrund von unvorhergesehenen Vorkommnissen Verzögerungen oder ein Mehraufwand, so sind diese nicht automatisch oder nur bedingt vom Auftraggeber finanziell zu tragen. Auch bei einer Festpreisvereinbarung sollten die einzelnen Optionen des Auftrages einzeln aufgeschlüsselt werden, sodass bei unerfüllten Tätigkeiten ein leichter Abzug von der Endsumme möglich wird. Folglich ist auch jede Rechnung vor Bezahlung dahingehend genau zu überprüfen, ob die aufgeführten Mengen an Material und die genannte Arbeitszeit wie abgerechnet geliefert und geleistet wurden.

Ein potenzielles Ärgernis stellt in der Regel die Termineinhaltung dar. Bei größeren Bau- oder Renovierungsvorhaben spielt der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle. Wird beispielsweise extra Urlaub genommen oder ist eine handwerkliche Arbeit direkt nachgeschaltet, so stellt eine ungewollte Terminverschiebung durch das Unternehmen ein Problem dar. Deshalb sollte ein genauer Zeitrahmen für die Ausführung vereinbart werden. Im Idealfall lassen sich auch Verzugsstrafen vertraglich festhalten.

Im Fall des Falles beharren Sie auf Gewährleistung

Wird die Handwerksleistung schließlich ungenügend oder mangelhaft ausgeführt, so kann der Auftraggeber auf sein Recht der Gewährleistung beharren. Dabei ist zuerst dem Unternehmen eine realistische Frist zur Mängelbeseitigung und Nachbesserung zu setzen. Verstreicht diese Frist ohne Zutun des Handwerksbetriebs, so hat der Auftraggeber das Recht, entweder einen anderen Handwerker zu beauftragen oder die Arbeit selbstständig zu korrigieren. In beiden Fällen können dann entstehende Kosten in Gegenrechnung bei der ursprünglichen Firma gestellt werden. Zusätzlich kann in einzelnen Fällen auch ein Schadensersatz beansprucht werden.

Beispielsweise wird ein Schaden bei anderen Gewerken verursacht, möglicherweise durch das Beschädigen von Sanitärgegenständen wie Waschbecken, so kann ein Ersatz eingefordert werden. In diesem Zusammenhang ist noch wichtig zu wissen, dass die Ansprüche gegenüber dem Handwerker in der Regel bis zwei Jahre nach Abnahme bestehen. Eine Gewährleistungsfrist beträgt sogar vier bis fünf Jahre, wenn beispielsweise das Gebäude komplett neu gebaut oder tiefgreifend verändert wurde.

Als Fazit kann somit festgehalten werden, dass eine gute Vorplanung von Beginn an Ärger vermeiden hilft. Wichtig im Umgang mit Handwerksbetrieben ist es, die eigenen Rechte und Möglichkeiten genau zu kennen. So ist man auch bei Terminverzögerungen, Schadensfällen oder auftretenden Baumängeln jederzeit gewappnet.


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