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Bild Elektroinstallation

Elektroinstallationen im Altbau erneuern – Schäden vorbeugen

erschienen am 7/1/2015

Ein altes Gemäuer hat Charme – eine alte Elektroinstallation weniger. Elektrik aus vergangenen Jahrzehnten, marode Leitungen und zu wenige Steckdosen bergen ein hohes Sicherheitsrisiko im Haus. Deshalb sind einige Maßnahmen zur Erneuerung und Sanierung der Elektroinstallation in Altbauten dringend erforderlich.

Bestandsschutz oder Sanierung der Leitungen

In vielen Fällen sind sich Hausherren nicht sicher, ob eine Modernisierung ihrer Elektroanlage nötig ist oder ob diese unter den Bestandsschutz fällt. Bestandsschutz meint, dass die Anlage zum Zeitpunkt der Installation normgerecht war. Das heißt im Fall einer Elektro-Installation aber nicht viel: Denn die Betriebssicherheitsverordnung „sticht“. Das heißt, wenn Arbeitsmittel nicht bestimmten Mindestanforderungen genügen und von ihnen vielleicht sogar Gefahren ausgehen, müssen Sie sie erneuern.

Ordnungsgemäßes Verlegen der Leitungen

Heutzutage regeln vor allem die DIN VDE 0100-520:2013-06 und die DIN VDE 0298-4:2013-06 die Leitungsverlegung bei der Elektroinstallation. Doch niemand garantiert Ihnen, dass die Leitungen auch in Ihrem Altbau normgerecht verlegt wurden. Früher wurden beim Hausbau Elektroinstallationen mit weniger System durchgeführt. Gefährlich ist das vor allem dann, wenn Sie Löcher bohren. Während Elektroleitungen heutzutage senkrecht zu Steckdosen und Anschlüssen verlaufen und das Unfallrisiko beim Bohren daher kalkulierbar ist, ziehen sich alte Elektrokabel oft kreuz und quer durch die Wände. Ein Anbohren der Leitungen würde zum Kurzschluss führen.

Mit neuen Leitungen Kabelbrand vorbeugen

Aber auch in die Jahre gekommene Elektroleitungen machen vielmals Probleme. Dünne Drahtquerschnitte lassen die Kabel heiß werden, wenn sie in Betrieb sind – das zerstört auf Dauer deren Isolierung. Kabel aus der Vorkriegszeit sind teilweise sogar mit einer Textil-Isolierung ummantelt. Hier besteht höchste Brandgefahr! Ebenfalls ein großes Problem ist, dass alte Elektroinstallationen manchmal nur aus zweiadrigen Leitungen bestehen, die nicht geerdet sind – also nicht zum Potenzialausgleich verbunden sind. Das kann dazu führen, dass ein Gerät dauerhaft unter Spannung steht. Lebensgefährliche Stromschläge können die Folge sein. Ein Tausch bzw. eine Sanierung der Leitungen beseitigt diese Risiken.

Nachrüsten von Steckdosen minimiert Sicherheitsrisiko

Da früher viel weniger elektronische Geräte in Benutzung waren, finden Sie in Altbauten auch dementsprechend wenige Steckdosen. Folgen Sie besser nicht dem ersten Impuls, hier Mehrfachstecker und Steckdosenleisten einzusetzen. Dadurch betreiben Sie viele Elektrogeräte in einem Stromkreis – dieser überlastet und Sie müssen mit Ausfällen rechnen. Im schlimmsten Fall erhitzt die Steckdosenleiste so sehr, dass es zu einem Brand kommt. Ist auch Ihr Altbau steckdosentechnisch unterversorgt, sollten Sie nachrüsten. Die offizielle Ausstattungsrichtlinie RAL-RG 678 gibt an, wie viele Steckdosen heutzutage sinnvoll und nötig sind. Schlaf- und Wohnräume über 20 m² benötigen demzufolge 5 Steckdosen – ebenso wie die Küche. Wichtig ist, dass

  1. Elektroherd
  2. Kochfelder von Einbauküchen
  3. Dampfgarer

einen Festanschluss mit eigenem Stromkreis besitzen. Bei Abstellraum und Flur reicht jeweils ein Anschluss. Bereits seit 2009 ist es Vorschrift, Steckdosen durch einen Fehlerstrom-Schutzschalter, bzw. FI-Schutzschalter oder RCD, zu sichern. Sobald ein Fehler auftritt, unterbricht dieser automatisch die Stromzufuhr.

Zählerschrank in den Keller verlegen

Der Elektriker, der die Elektroarbeiten in Ihrem Altbau durchführt, wird evtl. auch eine Verlegung des Zählerkastens in Angriff nehmen. Oft befinden sich alte Zählerkästen nämlich auf den einzelnen Etagen. Das ist in erster Linie unpraktisch, denn dort sind sie bei mehreren Bewohnern nicht für alle gleich gut zugänglich. Vorgeschrieben ist die zentrale Anbringung im Keller nicht. Doch sie ermöglicht einen leichteren Zugriff und bedeutet Arbeitsersparnis. Vertrauen Sie daher in dieser Sache am besten auf die Ratschläge eines Fachmanns!

 

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