Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens
mangelender Baugrund - Risse als Folge

Ohne Baugrund geht das Bauen nicht!

erschienen am 11/24/2011

Diese grundlegende Erkenntnis stammt von einem bedeutenden Juristen im 7. Senat des Bundesgerichtshofs. Die Beschaffenheit des Baugrundes hat ganz wesentlichen Einfluss auf die Bauausführung. Wir sind nicht in der Lage in den Baugrund hinein zuschauen, sondern sehen und beurteilen immer nur die gerade sichtbare Oberfläche. Diese Oberfläche kann das ursprüngliche Gelände oder die Sohle der Baugrube sein. Die wesentlichen Einflussfaktoren aber verbergen sich in den nicht einsehbaren Schichten unter der Oberfläche.

Der Baugrund selbst ist keine homogene Masse, sondern besteht aus zahlreichen Schichten, die sich im Laufe der Erdgeschichte nach und nach über dem Grundgebirge abgelagert haben. Diese Schichten können aus dicht gelagerte Kiesen und Sanden bestehen. Dann wäre der Aufbau unproblematisch. Es kann ebenso gut sein, dass in der Schichtenfolge plastische und druckempfindlicheTon- und Torfschichten vorhanden sind, die sich unter Last des Bauwerks verformen. Diese Verformungen, auch Setzungen genannt,erfolgen bei unterschiedlichen Schichtdicken nicht gleichmäßig sondernz.T. stark unterschiedlich, d.h. das Bauwerk kommt in Schieflage. Es bilden sich Risse, im schlimmsten Fall wird das Gebäude unbewohnbar weil einsturzgefährdet. Vielleicht steht auch eine aufragende Rippe des Grundgebirges unter dem Gebäude, auf der das Bauwerk aufreitet um sich irgendwann in Richtung des schweren Gebäudeteils abzusenken.

Sichere Erkenntnisse über den Baugrund und damit den Schichtenaufbau geben nur Baugrunduntersuchungen. Ramm und Bohrsondierungen geben Aufschluss über den Baugrundaufbau und die Festigkeit des Baugrundes an der Sondierungsstelle.Werden min. 3 Sondierungen gemacht ergibt sich so ein Querschnitt über den Baugrundaufbau unter dem Gebäude. Diese Erkenntnisse liefern wichtige Ausgangsdaten für die Bemessung der Gründungssituation und über eventuell erforderliche Sondergründungsmaßnahmen, die notwendig sind, um ein unterschiedliches Setzungsmaß des Baugrundes zu kompensieren. Derartige Sondergründungsmaßnahmen sind sehr kostenaufwändig und sollten für die Finanzierungsplanung möglichst schon bekannt sein. Vielleicht kann eine als problematisch erkannte Baugrundsituation auch ein Grund sein, die Bauplanung der untersten Geschosses grundlegend zu verändern oder auch ein Argument sein, die Bauabsichten ad acta zu legen und sich ein anderes, weniger problematisches Grundstück zu suchen. Prägen sich baugrundbedingte Besonderheiten erst nach der Bauwerkserstellung aus, ist der finanzielle Schaden weit größer, weil diese in der Regel schwere und schwerste Schäden am Gebäude bis hin zur Unbewohnbarkeit hervorrufen.

Eine Baugrunduntersuchung kostet Geld, schließlich erfordert sie den Einsatz von Arbeitskraft, Geräten und Wissen. Eine Baugrunduntersuchung zu unterlassen, kann sehr viel teurer werden und könnte im schlechtesten Fall dazu führen dass Sie zum Eigentümer einer Bauruine werden.

Für Fragen zu Baugrunduntersuchungen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte nutzen Sie das Kontaktformular auf meiner Homepage: www. bauberatungbernau.de  

Dipl.-Ing.(FH) Marc Ellinger Sachverstand am Bau – Bau-Beratungs-Büro Bernau

nach oben
Menü