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Das richtige Baugrundstück finden

erschienen am 13.08.2012

Zukünftige Häuslebauer stehen vor der Frage, wo bekomme ich günstig mein Traumgrundstück. Dabei stehen heutzutage neben der klassischen Zeitungsanzeige auch die neuen Suchmedien wie Internet zur Verfügung. Doch auf welche Kriterien sollte der Suchende Wert legen, damit sich das vermeintliche 'Schnäppchen' nicht als Flop herausstellt?

Grundstückssuche ist keine Nebensache!

Im Allgemeinen sehen viele die Grundstückssuche für das Traumhaus als Nebensache an. Man schaut die Lokalzeitung nach Angeboten durch, stöbert in bestimmten Internetseiten nach passenden Objekten oder fragt bei der Gemeinde seiner Wahl nach. In der Regel findet eine Vor-Ort-Besichtigung noch statt und wenn das Umfeld oder die Kaufsumme passen, dann sehen viele zukünftige Bauherren ihre Arbeit als getan an. Vielen ist jedoch dabei nicht bewusst, dass ohne die Beachtung weiterer Punkte sie bereits weitreichende Fehlentscheidungen für die Zukunft getroffen haben könnten.

Grundwasserabstand

Einen wesentlichen Punkt stellt der Grundwasserabstand dar, also in welcher Tiefe sich das Grundwasser befindet. Besitzt das Grundstück einen hohen Grundwasserspiegel oder ist es sogar häufig von Überschwemmung bedroht, so kann dies einen starken Einfluss auf die weitere Bauentwicklung haben. Bei Gefahr von Wassereinbruch im Keller bedeutet dies, entweder eine teure druckwasserdichte Wanne zu bauen oder auf einen Keller ganz verzichten zu müssen. Im umgekehrten Fall, also bei sehr tiefem Grundwasserverlauf ist es vielleicht sogar möglich die Kosten zu reduzieren, indem der Keller gemauert werden kann. Es empfiehlt sich deshalb, im Vorfeld entsprechende Recherchen über den Grundwasserpegel anzustellen, um vor unerwarteten negativen Überraschungen gefeit zu sein. Hintergrundinformationen zu den Grundstücken sind bspw. bei den Gemeinden oder, sofern möglich, bei den Nachbarn zu erfragen.

Welche Historie hat der Baugrund?

Neben der Überflutungsgefahr oder einem bodennahem Grundwasserspiegel empfiehlt es sich, bei seinen Recherchen auch gleichzeitig hinsichtlich des historischen Hintergrundes verschiedene Punkte abzuklären. War das Grundstück schon einmal bebaut und sind somit Fundamentreste zu erwarten? Welche Vornutzung hatte das Grundstück? Ist mit Altlasten zu rechnen? Derartige Aspekte sollten beim Grundstückskauf im Vorfeld geklärt werden. Sollte beispielsweise der Untergrund Öl verseucht sein, so kann dies zu teuren Entsorgungskosten führen, welche in der Regel nicht bei der Kostenkalkulation beachtet wurden. Eine Historienrecherche ist somit von großer Relevanz.

Darf mein Wunschhaus überhaupt hier gebaut werden?

Als weiteren wichtigen Aspekt bei der Grundstücksauswahl steht der baurechtliche Aspekt im Vordergrund. Das perfekte Baugrundstück kann zum Ärgernis werden, wenn man nicht sein gewünschtes Traumhaus darauf bauen darf. Häufig werden durch Bebauungspläne bestimmte Forderungen gestellt, welche im Einzelfall sehr detailliert ausfallen können. Dies kann beginnend vom Baustil bis hin zur Wahl der Dachziegel samt Hausfarbe erfolgen. Teilweise kann auch das Grundstück gar nicht zur Bebauung ausgewiesen sein. Eine Vorabklärung bei den Baubehörden ist deshalb ratsam. Dies kann einerseits durch direkte Befragung erfolgen, welche in der Regel kostenlos, jedoch dafür nicht in Schriftform ist. Der offizielle sichere Weg stellt die klassische Bauvoranfrage dar. Bei dieser fallen üblicherweise 2/3 der eigentlichen Bauantragskosten an, haben jedoch den Vorteil der verbindlichen Aussage in Schriftform und beschleunigen auch den zukünftigen regulären Bauantrag.

Persönliche Befindlichkeiten - Ruhe, Einkaufsmöglichkeiten etc. 

Zu guter Letzt sollte man die Grundstücksauswahl nicht nur vom ökonomischen Standpunkt betrachten. Ein zukünftiger Garten oder nur ein Baugrundstück soll für die Zukunft einen erfreulichen Aspekt haben. Aufgrund dessen bietet es sich an, Bereiche wie Sonneneinfall, Umgebungslärm, Straßenanbindung, Nachbarschaft oder die gesamte Infrastruktur im Vorfeld zu betrachten. Eine Umfeldbetrachtung nach eigenen Kriterien, wie ‚Wo liegt der nächste Supermarkt‘, ‚Wie ist meine Verkehrsverbindung‘, ‚Kann ich auch ohne Auto überall hinkommen‘, etc. unterstützt bei der Entscheidungsfindung.

Ein Baugrundstück stellt eines der ersten Weichenstellungen für das erfolgreiche Bauvorhaben dar. Deshalb sollte das Auswahlverfahren nicht als Glückspiel betrachtet werden. Eine sorgfältige Vorrecherche hilft dabei, ungewollten negativen Überraschungen vorzubeugen.

Hier gehts zur Grundstückssuche



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