Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens
Bild Hanghaus

Bauen am Hang – Herausforderungen für das Bauunternehmen

erschienen am 7/3/2014

Das Bauen am Hang ist eine anspruchsvolle, aber auch tolle Aufgabe. Die höheren Kosten werden durch wunderschönen Ausblick, Naturverbundenheit und Freiheit kompensiert. Die Vor- und Nachteileanalyse zeigt aber, dass sich diese Investition auf jeden Fall lohnen wird.

Baugrunduntersuchung und seine Vorbereitung

Hanggrundstücke müssen im Rahmen eines Bodengutachtens überprüft werden, ob sie sich überhaupt für eine Bebauung eignen. Schon kleine Risse in der Straße können darauf hindeuten, dass hier besser nicht gebaut werden sollte. Die geologische Untersuchung gibt Informationen über die Tragfähigkeit des Untergrunds, seine Stabilität gegen Abrutschen und das Wasservorkommen. Mit Hilfe dieser Prüfung vermeidet man zusätzliche Kosten für eventuelle, nachträgliche Befestigungsarbeiten. Die Vorbereitung des Bodens ist deutlich schwieriger als auf einer ebenen Fläche. Um Fundamente anzulegen, muss hangaufwärts mehr Erdreich abgetragen werden. Es kann auch vorkommen, dass Aufschüttungen notwendig sind oder eine Stützmauer gebaut werden muss.

Der Keller – die große Stärke von Hanghäusern

Heutzutage ist die Unterkellerung bei Neubauten nicht mehr selbstverständlich. Die Hanglage hat den Vorteil, dass es im Vergleich zu einem ebenen Grundstück viel mehr Wohnraum auf der gleichen Grundfläche gibt. Die Kellerräume kann man dann attraktiv nutzen. Die zur Hälfte über der Erde liegenden Räume können mit großen Fenstern und sogar mit einer Terrasse ausgestattet werden und bieten damit eine vollwertige Wohnfläche.

Auf die Himmelsrichtung kommt es an

Die Neigung und die Ausrichtung eines Hangs sind entscheidend für die Art und Weise der Bebauung. Bei einem Nordhang ist mit einer Verschattung von ca. 30 m zu rechnen. In dem Fall müssen große Fenster und andere Glasflächen eingeplant werden, damit genug Licht ins Haus fällt.  Solarenergie kann hier auch nur eingeschränkt verwendet werden. Der ideale Bauplatz am Hang ist ein Südhang. Das Haus wird nach Norden vor Wind und Wettereinflüssen geschützt und auf der Südseite kann die Sonne in vollem Umfang genutzt werden. Die Solarenergienutzung ist hier sowohl passiv (Wintergarten) als auch aktiv (Sonnenkollektoren) sehr gut möglich.

Bauweisen am Hang

Die Split-Level Bauweise ist genau an das schräge Bodenniveau angepasst. Das Erdgeschoss befindet sich immer auf der Höhe des natürlichen Geländes. Bautechnisch ist diese Bauweise sehr anspruchsvoll. Für Energiekonzepte gibt es dieselben Fragen wie bei Nord- und Südhang.

Stelzenbau

Beim Stelzenbau liegt das Erdgeschoss des Hauses ein Stockwerk über dem Erdniveau. Die Eingangstür ist dann auf der Rückseite des Hauses platziert. Bei dieser Bauweise kann die Sonnenstrahlung sowie die Aussicht optimal genutzt werden.

Besonderes Augenmerk gilt der Hangneigung

Das Wichtigste beim Bauen am Hang ist der Grad der Hangneigung. Sollte diese mehr als 15% betragen, ist es nicht mehr sinnvoll, ein Haus zu bauen. Die zusätzlichen Absicherungen gehen ins Extreme und kosten auch richtig Geld. Darüber hinaus sollte man auf guten Frost- und Wärmeschutz achten – z. B. bei einer ebenerdigen Garageneinfahrt oder bei Gebäudeteilen, die sich auf der hangabgewandten Seite befinden. Die Kellerräume müssen genauso wie das Erdgeschoss gedämmt werden. Das Grundstück sollte auch über eine gute Absicherung gegen Abrutschen verfügen. Hangwasser ist auch sehr oft ein großes Problem. Hier muss man die Vorschriften der DIN 18195 zur Bauwerksabdichtung beachten. 

Urheber der Bilder:

nach oben
Menü