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Plus-Energiehaus, Passivhaus und Effizienzhaus

erschienen am 11/5/2013

In heutiger Zeit geht es nicht nur darum, dass Autos weniger Kraftstoff verbrauchen, sondern vor allem um die Energieeffizienz von Einfamilienhäusern. Die Wetterverhältnisse in Deutschland verändern sich permanent in Richtung Kältezone und die Energiekosten steigen fast täglich. Hier ein Gegengewicht bei Einfamilienhäusern zu finden, kann nur eine neue Generation des energiesparenden Bauens bedeuten. In der Umsetzung heißt es, dass diese Häuser mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen. Man nennt diese neue Bauweise Plusenergiehaus - Effizienzhaus und Passivhaus.

Was versteht man unter dem Begriff Plusenergiehäuser?

Hierbei handelt es sich um einen vollfunktionstüchtigen transportablen Leichtbau, welcher mehr Energie erzeugt als er verbraucht. Es ist quasi ein weiter entwickeltes Passivhaus. Es ist optimal gedämmt und benötigt daher keine klassische Heizung. Es gewinnt mehr Energie als es von außen in Form von Gas, Elektrizität, Holzbrennstoffen oder Heizöl bezieht. Die benötigte Energie für Warmwasser und Heizung wird am Haus selber oder im Haus gewonnen, durch Photovoltaikanlagen oder thermischen Solaranlagen. Dazu gehören neue Technologien zum energieeffizienten Bauen im Bereich Vakuumdämmung. Hierbei handelt es sich um die neuesten Dämmmaterialien.

Ferner gehören zu einem Plusenergiehaus hoch dämmende Fenster mit einer Dreifachverglasung, bei denen im geschlossenen Zustand kein Luftaustausch mit der Außenwelt mehr stattfindet. Ein Lüftungssystem sorgt hier für den nötigen Sauerstoff und einer gleichbleibenden Temperatur von rund 20 Grad.

Diese Plusenergiehäuser im Format Eigenheim verfügen über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, die mehr Strom produziert als im Eigenheim benötigt wird. Der Warmwasserbedarf wird über eine Solarthermie Anlage realisiert. Im Sommer wird die überschüssige Wärme in die Betonsohle und ins Erdreich gepumpt und heizt so das Eigenheim im Winter von unten.

Sollte es dennoch einmal im Winter zu kalt sein, kann der benötigte erhöhte Wärmebedarf über einen Holzkaminofen ausgeglichen werden.

Besondere Merkmale bei dieser Hausstruktur

Durch die besondere Bauweise fällt das Haus sofort ins Auge. Die Pultdachfläche des lang gezogenen Daches ist mit Solarmodulen bedeckt und das Haus steht nicht wie die Nachbarhäuser parallel ausgerichtet zur Straße. Es steht mitten auf dem Grundstück.

Um die Sonneneinstrahlung optimal nutzen zu können, ist die Dachfläche exakt zur Südseite ausgerichtet, mit einem genau berechneten Neigungswinkel. Auch im Hinblick darauf, dass die Kosten rund 5 bis zehn Prozent über dem Preis eines normalen Hauses liegen, rechnet sich die Investition alle mal. Schon die Netzeinspeisung kann ein Gewinn von rund 3000 Euro bedeuten (je nach Größe der Anlage).

Dürfen Plusenergiehäuser überall errichtet werden?

Leider nein! Obwohl diese Bauweise der Politik sehr entgegenkommt, gibt es vielfach noch Probleme mit den Gemeinden in der Umsetzung des Bebauungsplanes. Vielfach handeln die Orte, Dörfer und Gemeinden nach einem individuellen Bebauungsplan, welcher genau die Vorschriften über Hausgröße, Gestaltung, Ausrichtung und Firsthöhe bestimmt. Diese decken sich selten mit den Anforderungen eines Plusenergiehauses. Was nicht heißen soll, dass es keine Grundstücke gibt. Hier bedarf es einer Abklärung mit den Gemeinden.

Wo liegen die Unterschiede zwischen einem Plusenergiehaus, Effizienzhaus, Passivhaus?

Laut den Zertifizierungskriterien des Passivhausinstituts darf ein Haus dieser Norm einen Heizwärmebedarf von 15 Kilowattstunden bei einem Energiegehalt von 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter im Jahr nicht übersteigen. Auch an ungünstigen Tagen im Winter darf die maximal zulässige Heizlast von 10W/m² nicht überschritten werden und muss über die Zuluft einbringbar sein. Darüber hinaus bestehen für ein Passivhaus Grenzwerte im Bereich des Primärenergiebereichs von 120 kWh (m²* a). Dieser Wert definiert die Luftdichtheit und den minimalen Wirkungsgrad. Genannt werden die Häuser so, weil der hauptsächliche Teil des Wärmebedarfs aus passiven Quellen wie zum Beispiel Sonneneinstrahlung gedeckt wird.

Hier kommt eine positive Raumwahrnehmung in Verbindung eines niedrigen Energieverbrauchs zur Geltung. Dieser Standard kann auch durch eine Sanierung oder Umbau des Hauses zum Tragen kommen.

Was versteht man unter einem Effizienzhaus 40?

Diese Bezeichnung steht für einen besonders niedrigen Energiebedarf nach den Vorgaben der Energiesparverordnung. Das KfW Effizienzhaus 40 nach der EnEV Verordnung von 2009 erlangte seine Bedeutung durch die Förderung: "Energieeffizient Bauen" der KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Dies Kategorie bestimmt den Tilgungszuschuss der KfW und somit auch den Namen des Baustils von einem derartigen Gebäude. Mit einer jeweils kleineren Zahl erhöht sich die Energieeffizienzanforderung an das Gebäude.

Ein KfW 55 Haus stellt zum Beispiel geringere Anforderungen an die Energieeffizienz als ein KfW 40 Haus. Die EnEV definiert genau die Richtlinien, die an ein KfW 40 Gebäude gestellt werden. Hier muss der Primärenergiebedarf mindestens gleich / kleiner 40 % des Höchstwertes nach der EnEV Verordnung von 2009 sein. Das betrifft auch die Transmissionswärmeverluste mit einem Wert kleiner / gleich von 55 % des Referenzwertes.

Wenn die Kriterien für ein solches Gebäude (KfW 40) vorliegen, gewährt die KfW mit diesem Programm einen Tilgungszuschuss von momentan 10 %.

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