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Baustelle absichern bevor der Frost da ist

erschienen am 12/8/2013

Ein eigenes Haus errichten die meisten Bauherren nur einmal im Leben. Doch häufig verzögert sich der Bau und es wird Winter, bevor das Haus fertig ist. Dann muss die Baustelle vor Schnee und Regen geschützt werden. Dabei ist nicht nur der Kellerabgang zu beachten, sondern noch viele andere Kleinigkeiten, je nachdem, wie weit der Rohbau bereits vorangeschritten ist.

Bodenplatte und Anschlüsse vor Frost schützen

Bei jedem Bau treten so viele Unwägbarkeiten auf, dass man diese Verzögerungen leider nicht immer vorhersehen kann. Baut man in Eigenregie, sollte man die Bodenplatte mit einer Folie abdecken und diese am Rand gut mit Sand oder Steinen beschweren. Die Hausanschlüsse sind dabei besonders zu beachten, und zusätzlich zu sichern. Für die Standardgrößen der Abwasserrohre zum Beispiel gibt es einfache Kunststoffdeckel, die gleichzeitig verhindern, dass Sand und Bauschutt in das Rohr fallen. Vor allem sollte man nicht nur den Kellerschacht abdecken, sondern wirklich die ganze Platte. Diese wird zwar später wieder trocknen, doch der Frost kann in kleine Risse leicht eindringen und innerhalb der Bodenplatte Schäden verursachen, die man lange Zeit gar nicht bemerkt. Zunächst wird aber die vorhandene Nässe im Keller und auf der Bodenplatte entfernt, bevor die Folie auslegt wird.

Rohbau aus massivem Stein sichern

Solange noch kein Dach den gemauerten Rohbau vor Nässe schützt, sollte man die obere Mauerkrone ebenfalls über den Winter gut abdecken. Die Kosten für eine gute Folie machen sich später garantiert bezahlt. Eindringendes Wasser sprengt die Steine, wenn der Frost einsetzt. Diese Steine hat man allerdings mit einem großen Teil des investierten Kapitals bereits bezahlt. Zudem kann sich überall dort, wo Feuchtigkeit eingedrungen ist, Schimmel einnisten. Diesen wird man ebenfalls zunächst nicht bemerken. Wenn der Schimmel sich dann ausgebreitet hat, kann das gesamte Haus zu einem Sanierungsfall werden. Liegt noch viel Material in dem offenen Rohbau herum, sollte man dieses so mit in den Schutz einbeziehen, dass diebische Finger die Vorräte gar nicht bemerken. Lieferungen, die man eventuell vertagen kann, verschiebt man auf den voraussichtlich nächsten Arbeitstermin.

Holzhaus benötigt spezielle Hilfe im Winter

Das natürliche Baumaterial Holz hat viele positive Eigenschaften. Eine davon ist die Fähigkeit Feuchtigkeit zu speichern und wieder abzugeben. Doch wenn der Rohbau eines Holzhauses noch nicht von oben gegen eindringendes Wasser geschützt wird, verkehrt sich dieser Vorteil in einen Nachteil. Das Wasser wird durch die Kälte im Winter nicht wegtrocknen und das Holz bekommt bei Frost Risse. Außerdem können auch hier das Wasser und die lang anhaltende Feuchtigkeit, Schimmel- und Pilzbefall auslösen. Bei Holzhäusern ist es allerdings nicht unbedingt sinnvoll, die Holzelemente wochenlang vollständig in Folie einzupacken. Dann entsteht wiederum Kondenswasser und das Holz würde wie in einer Badewanne liegen. Daher sollte die Folie so gespannt werden, dass die Luft noch zirkulieren kann.

Wasser vom Haus fernhalten

Wer das Glück hat, dass bereits ein Dach seinen Bau ziert oder zumindest eine feste Folie als Dacheindeckung vorhanden ist, der muss lediglich noch Fenster und Türausschnitte mit einer robusten Folie verschließen. Dazu eignen sich die alten Bretter, die auf einer Baustelle immer irgendwo herumliegen, um die Folie zu befestigen. Dann sollte sich der Blick nach oben gen Dachrinne richten. Ist sie schon montiert, ist es wichtig, das Wasser so weit wie möglich vom Haus wegzuleiten. Auch bei einem fertigen schon bewohnten Einfamilienhaus ist eine wichtige Übung vor dem Winter, die Dachrinne mit den dazugehörigen Fallrohren zu überprüfen. Jede Staunässe, die sich am oder im Haus bilden kann, wird im Winter zu einer Schadensquelle.

Leitungen und Heizung schützen

Befindet man sich mitten im Innenausbau, wenn der Winter einsetzt, ist häufig bereits das Wasser angeschlossen und die Heizung aufgestellt. Dann müssen die schon verlegten Rohre besonders vor Frost geschützt werden. Die Reparatur würde den Bau um Monate zurückwerfen, von den enormen Kosten einmal ganz abgesehen, die damit verbunden sind. Entweder beißt man also in den sauren Apfel und beheizt das Haus oder man muss das Wasser aus allen Rohren wieder ablassen. Zu empfehlen ist aber die Heizvariante, so unsinnig sich das Anhören mag. Meist bekommt man nicht komplett alles Wasser aus den Rohren heraus, oder vergisst eine Leitung. Außerdem bietet die warme Heizluft natürlichen einen zusätzlichen positiven Aspekt für das neue Haus. Es wird so über Winter richtig umfassend getrocknet und man verhindert jeglichen Ansatz von Schimmel- oder Pilzbefall.

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