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Bild Abwasserleitung

Dichtheitsprüfung – für jeden Grundstückseigentümer ein Thema

erschienen am 5/26/2015

Sind private Leitungen nicht mehr dicht, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Nur eine mögliche Konsequenz, aber auch eine der schlimmsten, ist die Verunreinigung von Boden und Grundwasser durch das Austreten von Abwasser. Um einem solchen Szenario vorzubeugen, sind regelmäßige Dichtheitsprüfungen nötig.

Gesetzliche Grundlage

Das Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (WHG) schreibt Ihnen als Eigentümer eines Grundstücks vor, Dichtheitsprüfungen Ihrer Grundstücksentwässerungsleitungen und Abwasserleitungen durchzuführen. Sie sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass durch Ihre privaten Leitungen keine Gefahren entstehen. Genauere Bestimmungen, zum Beispiel über

  1. Häufigkeit und Art der Dichtheitsprüfung
  2. Art der Aufzeichnung und Aufbewahrung von Ergebnisses
  3. Regeln zur Ermittlung der Abwassermenge,

sind aber Ländersache. Die Vorgaben finden Sie in verschiedenen Verordnungen, zum Beispiel im jeweiligen Landeswassergesetz (LWG). Ein Beispiel: Bayern schreibt vor, dass Sie innerhalb der ersten zehn Jahre des Betriebs auf jeden Fall eine Dichtigkeitsprüfung vornehmen müssen. Eine weitere Kontrolle privater Leitungen ist dann in regelmäßigen Abständen von 25 Jahre erforderlich. In Mecklenburg-Vorpommern müssen Sie hingegen gar keine Prüfpflicht oder Prüffristen einhalten – die Vorgaben zur Funktionsprüfung von Abwasseranlagen und Co sind also höchst unterschiedlich. 

Diese Leitungen müssen Sie prüfen

Ist eine Prüfung vorgeschrieben, gilt dies nur für bestimmte Leitungen. Sicherstellen müssen Sie die Dichtheit auf jeden Fall für schmutzwasserführende Abwasserleitungen, die im Erdreich liegen, aber nicht im Inneren der Gebäude,evtl. auch die Leitung von der Grundstücksgrenze zum öffentlichen Kanal. Zustande kommen Schädigungen an Rohren und Leitungen schnell. Eingewachsene Wurzeln von Bäumen können beispielsweise für Risse und Brüche sorgen. Aber auch Rohrverbindungen, die sich verschieben, oder einragende Dichtungen sorgen schnell für Lecks.

Durchführung und Verfahren zur Leitungs-Prüfung

Dichtheitsprüfungen führen von der IHK oder Ingenieurkammer zugelassene Sachverständige durch. Dafür kommen zwei verschiedene Methoden in Frage.

Druckprüfung

Bei dieser Methode werden Gummimanschetten verwendet, die aufblasbar sind und so das Versperren der Entwässerungsanlage ermöglichen. Danach setzt der Sachverständige die Leitungen entweder mit Wasser, Gas oder Luft unter Druck. Über eine bestimmte Zeitspanne wird geprüft, ob und wie schnell der Druck wieder nachlässt. So ist es möglich zu bestimmen, ob die Leitungen ein Leck haben. Diese Methode der Dichtheitsprüfung ist meist bei der Inbetriebnahme und Erstprüfung einer neuen Anlage Pflicht.

TV-Inspektion

Bei dieser Methode kommen speziell entwickelte Kamerasysteme zum Einsatz.  Diese werden über Kontrollschächte oder Reinigungsöffnungen in die Rohre eingeführt und erlauben eine optische Überprüfung.  

Dokumentation der Dichtheitsprüfung

Nach WHG §61 sind Sie verpflichtet, über Dichtheitsprüfungen „Aufzeichnungen anzufertigen, aufzubewahren und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen“.  Genauer heißt das, dass Sie

  1. die Lage der geprüften Leitungen
  2. die Beschreibung möglicher Schäden
  3. die Prüfergebnisse

schriftlich festhalten müssen.

Hausanschluss undicht – so geht es weiter

Wenn Sie bei einer der Dichtheitsprüfungen tatsächlich einen Schaden feststellen, muss dieser erst einmal bewertet werden. Anschließend folgt die Festlegung auf eine Sanierungstechnik, bevor Sie nach einem festgelegten Zeitplan mit der Sanierung beginnen.

 

 

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