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Bild Dachaufstockung

Mehr Wohnraum durch Dachaufstockung

erschienen am 1/5/2016

Die Dachaufstockung ist eine bewährte Methode, um Ihren Wohnraum relativ schnell zu vergrößern oder Ihre Nutzfläche zu erweitern, ohne weitere Grundstücksflächen hinzukaufen zu müssen – und ganz nebenbei verbessern Sie beim Dachausbau die Energieeffizienz Ihres Hauses. Wir stellen Ihnen die einzelnen Möglichkeiten der Dachaufstockung vor.

Vorteile der Dachaufstockung

Der Vorteil gegenüber Anbauten liegt darin, dass sich lediglich die Geschossflächenzahl (GFZ) vergrößert; die Grundflächenzahl (GRZ) bleibt unverändert. Dies spielt vor allem dann eine Rolle, wenn die zulässige GRZ durch Nebenanlagen bereits erreicht ist – oder aber kein weiterer Platz für einen Anbau zur Verfügung steht, etwa bei einem Reihenhaus. In diesen Fällen schafft der Dachausbau weitere Wohnmöglichkeiten, wodurch auch der Immobilienwert steigt. Idealerweise kombinieren Hausbesitzer die Aufstockung mit einer Dachsanierung, bei der eine neue Dämmung angebracht wird – so verbessert sich im gleichen Zug auch die Energieeffizienz des Hauses.

Möglichkeiten der Dachaufstockung

Eine fällige Renovierung des Dachs nehmen viele Modernisierer zum Anlass, um durch eine Dachaufstockung neuen Wohnraum zu gewinnen oder ihren Dachraum zu erweitern. Auf diese Weise lassen sich entweder neue Räume gewinnen (etwa in Form einer Einliegerwohnung) – oder vorhandene Dachwohnungen heller und geräumiger gestalten. Je nach Bauweise des Hauses bieten sich hierfür unterschiedliche Vorgehensweisen an.

Kniestockerhöhung: Mehr Platz unterm Dach

Als Kniestock bezeichnet man die Außenwand des Dachgeschosses, auf der die Dachkonstruktion errichtet wurde. Bei der Kniestockerhöhung wird der Dachstuhl entweder abgedeckt und anschließend wieder aufgebaut oder aber hydraulisch angehoben. Dabei wird die schützende Haube vom Dachkörper getrennt und mit einem Kran nach oben gezogen. Der Kniestock wird dann durch eine Mauererweiterung oder mithilfe von vorgefertigten Elementen in Holzbauweise erhöht. Abschließend werden die Außenwände neu verputzt und die Fassade neu gestrichen. Weil die neue Dacheindeckung bzw. das Anheben der Dachstühle viel technisches Know-How erfordert, ist sie ein Fall für Fachbetriebe. Bauherren sollten daher keinesfalls in Eigenregie vorgehen, sondern einen Dachdecker mit den Dacharbeiten beauftragen. Tipp: Zusätzlichen Platz beim Dachausbau schaffen Dachgauben. Der Einbau einer Dachgaube ist dann empfehlenswert, wenn Sie ohnehin Dacharbeiten wie z.B. eine Neueindeckung und/oder eine Dachdämmung planen. 

Geschossaufstockung: Ideal für Flachdächer

Die Ergänzung eines kompletten Geschosses bietet sich vor allem bei einem Flachdach an – etwa, wenn ein Bungalow erweitert werden soll. Weil dabei die gesamte Konstruktion neu gebaut wird, ergeben sich große Spielräume bei der Gestaltung. Einschränkungen geben lediglich die Statik und der jeweilige Bebauungsplan vor – für die Erteilung einer Baugenehmigung muss dieser eingehalten werden. Die Aufstockung kann

  • als Holzrahmenbau
  • in Massivbauweise
  • als Metall- und Glaskonstruktion

ausgeführt werden; aus dem Flachdach wird so ein Haus mit Steildach, Walmdach oder Pultdach. Ebenso möglich ist ein partielles Aufstocken, sodass neben dem neuen Dachgeschoss eine Dachterrasse entsteht.

Aufstocken im Einklang mit der EnEV 2014

Sämtliche An- und Umbauten müssen den Anforderungen der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) genügen. Ziehen Sie also im Vorfeld unbedingt einen Energie-Fachberater hinzu – er erklärt ihnen auch, welche staatlichen Fördermittel Ihnen zur Verfügung stehen. Dabei haben Modernisierer die Wahl zwischen zwei Varianten der Dachaufstockung: Als beheizte bzw. gekühlte Nutzfläche oder als Nutzfläche mit einer neuen Heizung. Im ersten Fall wird die bestehende Heizung für die Erweiterung der Innenräume genutzt; dabei gelten für

  • Außenwände
  • Dachflächen
  • Fenster

die Anforderungen der EnEV 2014, Anlage 3 als Sanierungsmaßnahmen. Handelt es sich hingegen um einen Ausbau oder Anbau mit einer neuen Heizung, muss der neue Gebäudeteil die Anforderungen für den Neubau der EnEV 2014 erfüllen. Ist dies der Fall, fördert die KfW die Dachaufstockung entweder mit einem zinsgünstigen Kredit (Energieeffizient Sanieren – Programm 151 bzw. 152) oder mit einem Investitionszuschuss von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit (Energieeffizient Sanieren – Programm 430).

Wichtig: Stellen Sie die entsprechenden Anträge vor dem Beginn der Arbeiten – nur dann haben Sie Anspruch auf die Förderung!

Effizient: Kombination mit einer Dachdämmung

Sowohl aus energetischer als auch aus finanzieller Sicht ist es äußerst sinnvoll, im Zuge der Aufstockung den Dachboden zu dämmen. Je nach Art der Dacheindeckung und der geplanten Arbeiten kommen hierfür eine Aufsparrendämmung (als Wärmedämmung von außen) bzw. eine Zwischen- oder Untersparrendämmung (als Formen der Innendämmung) in Betracht. Indem Sie die Dachaufstockung mit einer Dämmung kombinieren, sparen Sie Kosten für die Sanierung und profitieren gleichzeitig von geringeren Heizkosten in Ihren neu entstandenen bzw. vergrößerten Wohnräumen.

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