Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens

Der norddeutsche Evergreen - der Bungalow

erschienen am 4/17/2013

Immer wieder gibt es im Hausbau Trends, die nicht lange anhalten. Der Bungalow hingegen ist ein Evergreen, der in Norddeutschland sehr gerne gebaut wird. Dort sind die Grundstücke häufig nicht so teuer wie im Süden, und das Wohnen auf einer Ebene hat echte Vorteile.

Der eingeschossige Wohnstil ist nicht nur für ältere Menschen besser geeignet, sondern ebenfalls für Eltern mit kleinen Kindern. Besonders ein Bungalow, der in Winkelform erbaut wird, bietet in den Sommermonaten viele Möglichkeiten den Wohnraum in den Garten hinein zu erweitern – Beispiele für diesen Baustil gibt es hier. Natürlich gibt es auch bei der ebenerdigen Bauweise nicht nur Vorteile und man muss sich umfassend informieren, bevor man die Entscheidung für einen Bungalow trifft.

Wohnen auf einer Ebene braucht viel Fläche

Das Wohnen ohne Treppen verbraucht mehr Grundstücksfläche, als ein Einfamilienhaus oder eine Stadtvilla über mehrere Ebenen. In Zeiten hoher Grundstückspreise ist daher der Bau eines Bungalows eine Preisfrage. Besonders wenn man einen praktischen Winkelbungalow bauen möchte, wird dafür ein größeres Grundstück von mindestens 500 Quadratmetern benötigt. Für die kleine Familie oder Einzelpersonen ist die schlichte gerade Bungalowform sicher ideal, doch bei einer größeren Familie bietet sich eher ein um die Ecke gebauter Winkelbungalow an. Je mehr Zimmer benötigt werden, desto länger würde sonst der Hausflur ausfallen und dann nicht nur sehr viel Raum verschwenden, sondern auch die eigentlich sehr praktische Form des Hauses ruinieren.

Die Sache mit dem Dachspeicher beim Bungalow

Ist ein Dachboden gewünscht, braucht man die passende Dachform. Wählt man ein Flachdach, entfällt der praktische Stauraum unter dem Dach vollständig, bei einem Sattel- oder Walmdach bleibt ein wenig Raum als Abstellfläche übrig. Wächst die Familie stärker als erwartet oder das Büro soll im Haus mit untergebracht werden kann – sofern es der Bebaungsplan zulässt – das Flachdach leicht aufgestockt werden zu einem Vollgeschoss.

Ein Satteldach müsste dagegen vollständig entfernt werden, bevor man ein Spitzdach oder eine Aufdoppelung auf dem Haus errichten kann. Dies verursacht nicht nur höhere Kosten, sondern ist auch wegen der Statik problematisch. Dabei sind wiederum die Kosten für eine Aufstockung bei den Winkelbungalows deutlich höher, da Ecken und Winkel beim Dachbau durch die erforderlichen Anpassungen grundsätzlich kostenintensiver sind.

Barrierefreies Wohnen auf einer Ebene

Durch die ebenerdige Bauweise und den Verzicht auf Treppen ist es möglich, auch im hohen Alter oder bei körperlichen Einschränkungen in seinem angestammten Heim zu bleiben. Wer einen bewohnbaren Keller oder eine Einliegerwohnung beim Hausbau in seine Planung einbezieht, hat später sogar Platz für eine im Haus wohnende Pflegekraft. Was die meisten jungen Familien mit kleinen Kindern beim Hausbau gänzlich übersehen, sind die großen Vorteile, die das ebenerdige Haus durch die fehlende Treppe bietet. Treppen sind für kleinere Kinder eine große Gefahr, die sie selbst noch nicht einschätzen können. Bei der eingeschossigen Bauweise fällt diese Gefahrenquelle weg, und auch Teenager werden entschärft, da sie ihren Eltern nicht mit zu lauter Musik direkt auf dem Kopf herumhüpfen. Auch hier ist ein Winkelbungalow die ideale Lösung, wenn man bei der Planung die Kinderzimmer etwas von den elterlichen Wohnräumen abtrennt. So hat man durch die ebene Bauweise immer noch engen Kontakt, aber jede Generation kann für sich sein.

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