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Dachboden dämmen : So vermeiden Sie Wärmeverluste

erschienen am 1/30/2016

Ein großer Teil der Heizwärme geht über das Dach verloren, deshalb zählt die Dachbodendämmung zu den Nachrüstpflichten der Energieeinsparverordnung für Bestandsbauten – Eigenheimbesitzer profitieren nach der Sanierung von einer deutlich niedrigeren Heizkostenabrechnung. Wir haben für Sie kurz und bündig zusammengefasst, welche Dämmmaßnahmen und -materialien Ihnen zur Verfügung stehen – und wie es sich mit deren Aufwand und Kosten verhält.

 Vorteile der Dachbodendämmung

Durch eine Dachbodendämmung verbessern Sie den Wärmeschutz Ihres Hauses im Vergleich zu einer Fassadendämmung verhältnismäßig kostengünstig: Sie reduzieren den Wärmeabzug ins Dachgeschoss, wodurch die Kälte im Winter draußen bleibt. Im Sommer hingegen dringt keine Hitze mehr vom Dachboden aus in Ihre Wohnräume vor. 

Arten der Dachdämmung und ihre Besonderheiten

Abgesehen von Fassadendämmungen stellen Keller- und Dachbodendämmung die wichtigsten Maßnahmen zur Sanierung der Gebäudehülle dar. Bei der Steildachdämmung stehen Ihnen drei unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung, die im Folgenden näher erläutert werden. 

Aufsparrendämmung: Dämmung von außen

Es handelt sich hierbei um eine Außendämmung, bei der feste Dämmplatten aus

  • Steinwolle
  • Polystyrol (Styropor)
  • Polyurethan

auf der Holzschalung oberhalb der Dachsparren verlegt werden. Dadurch entsteht eine durchgehende Dämmfläche, auf die im letzten Arbeitsschritt die eigentliche Dacheindeckung als oberste Schicht aufgelegt wird. Die Wirkung ist sehr effektiv, da keinerlei Wärmebrücken entstehen; weil der Aufwand sehr groß ist, sind Aufsparrendämmungen jedoch eine Sache für Fachbetriebe. Im Idealfall kombinieren Sie sie mit einem Dachausbau. Dafür spricht auch ein zweiter Grund: In manchen Fällen bedarf diese Art der Dämmung einer Genehmigung durch das zuständig Bauamt, weil sich durch Außendämmungen das Erscheinungsbild sowie die Dachgiebelhöhe des Gebäudes verändern. Als Folge dessen müssen Sie auch die Anschlüsse der Dachfenster an die veränderte Höhe anpassen. 

Zwischensparrendämmung: Dachboden von innen dämmen

Bei Zwischensparrendämmungen handelt es sich um Innendämmungen; diese sind deutlich günstiger als eine Dämmung von außen. Der Dämmstoff wird in die Zwischenräume fugendicht in die Zwischenräume der Sparren eingeklemmt; als Dämmmaterial verwendet man Dämmmatten aus

Eine Dampfbremsfolie, die luftdicht verklebt wird, schließt die Dämmung zur Raumseite hin ab. Diese einfachste und günstigste Variante der Dachbodendämmung lässt sich vom Hausbesitzer auch in Eigenregie ohne fachmännische Hilfe anbringen. Sie verbessert schnell und unkompliziert jede Dachkonstruktion, allerdings muss zuerst die Wandverkleidung entfernt werden. Zu den Nachteilen zählt eine mögliche Wohnraumverkleinerung im Dachgeschoss, sofern die Dachsparren verstärkt werden müssen, um genügend Raum für die Dämmstoffe zu schaffen. Diese sollten mindestens 20 cm dick sein – andernfalls wird der laut EnEV 2014 maximale Wärmedurchgangskoeffizient von 0,24 W/(m² K) kaum erreicht. Bei unsachgemäßer Anbringung leidet zudem die Dämmwirkung unter eventuellen Wärmebrücken. 

Untersparrendämmung verbessert den Dämmwert zusätzlich

Bei einer Sanierung kombiniert man häufig die Zwischensparren- mit einer zusätzlichen Untersparrendämmung, um die Wärmeschutz-Wirkung zu verbessern. Hierzu bringt man auf der Unterseite der Sparren auf der schon vorhandenen Verkleidung eine Konterlattung an. In dieser werden zusätzliche Untersparren-Klemmfilze montiert, bevor der Aufbau eine neue Wandverkleidung erhält. Die Wärmedämmung verbessert sich nochmals um bis zu 15 %. Auf diese Weise schaffen Sie zusätzliche Flächen für Installationen und Anschlüsse, gleichzeitig geht aber noch mehr Platz auf dem Dachboden verloren.

Schüttdämmung für nicht ausgebaute Dachböden

In so manchem Altbau ist der Dachboden nicht ausgebaut und kaum begehbar – als Fußboden dienen lediglich lose Holzbretter. Eine Schüttdämmung erfüllt hier gleich einen mehrfachen Zweck: Sie dient der Bodendämmung, erhöht die Nutzbarkeit des Dachbodens und gleichzeitig wird die darunter liegende Geschossdecke gedämmt. Als Dämmmaterial dient Perlit-Granulat, das einfach in den Hohlraum zwischen den Balken der Geschossdecke eingefüllt wird. Über dem Dämmstoff werden eine Dampfbremse und abschließend Spannplatten oder eine Verbretterung angebracht. 

Verfahren zur Flachdachdämmung

Bei einem Flachdach kommen andere Dämmvarianten zum Einsatz als bei einem Steildach; neben der

  • Kaltdachdämmung
  • Warmdachdämmung
  • Umkehrdachdämmung

kommt häufig auch die Einblasdämmung zum Einsatz, die auch für die Kerndämmung verwendet wird. Hierbei wird Granulat aus unterschiedlichen Materialien (z.B. Stein-, Glaswolle, Perlit oder Zellulose) in den Hohlraum zwischen zwei Wänden eingeblasen. Die Dauer der Maßnahme beträgt meist nicht mehr als einen Tag, der Energiespareffekt liegt bei bis zu 90 % und die Kosten liegen deutlich niedriger als bei den übrigen Flachdachdämmungen. 

Fördermöglichkeiten für die Dachdämmung

Je nach Art der Dachdämmung liegen die Kosten zwischen 50 und 200 Euro pro Quadratmeter – bei großen Dachflächen ergibt dies für den Hausbesitzer eine nicht unwesentliche Investition. Allerdings gibt es hierfür großzügige Förderungen vom Staat: Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) stellt für die

  • Fassadendämmung
  • Dachdämmung
  • Geschossdeckendämmung
  • Kellerdämmung

drei unterschiedliche Programme zur finanziellen Förderung bereit; sie haben dabei die Wahl zwischen großzügigen Investitionszuschüssen und zinsgünstigen Krediten: Über das KfW-Programm 430 (Energieeffizient Sanieren - Investitionszuschuss) erhalten Sie einen Zuschuss in Höhe von 10-25 % der Gesamtkosten für Ihre Sanierungsmaßnahme. Das Programm 151/152 (Energieeffizient Sanieren – Kredit) fördert Einzelmaßnahmen bei einer Dämmung zum KfW-Effizienzhaus mit einem besonders zinsgünstigen Kredit. Dise Finanzspritzen sind ein zusätzlicher Anreiz für Hausbesitzer beim Renovieren – in Zeiten steigender Heizkosten lohnt sich die Dachbodendämmung dadurch mehr denn je zuvor.

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